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  • Waldorf 100: Staffellauf

    Staffellauf

    Zu Fuß, mit dem Rad oder per Boot – mehr als 1.200 km hatte der Staffelstab schon hinter sich gebracht, welcher kurz vor den Osterferien von der Freien Waldorfschule Weilheim/Huglfing an die Freie Waldorfschule Geretsried getragen wurde. Die Regeln sind denkbar einfach: der Staffelstab wird von Schule zu Schule gereicht, er darf nur mit Muskelkraft und ohne Motor bewegt werden und muss spätestens am 19. September 2019 für das zentrale Jubiläumsfest anlässlich des 100. Geburtstages der Waldorfschulbewegung in Berlin eintreffen – 100 Jahre nach der Gründung der ersten Waldorfschule in Stuttgart.

    244 Rudolf-Steiner- und Waldorfschulen Deutschlands sollen dabei durch einen Staffellauf miteinander verknüpft werden. Insgesamt starteten am 10. Juni 2018 vier Staffelstäbe in Flensburg. Auf dem Staffelstab, der am 10. April von der Patenschule aus Landsberg nach Huglfing überbracht wurde, hatten sich schon 49 Schulen verewigt. Anhand der Orte und Schulen lässt sich der Weg von Flensburg über Hamburg, Köln und Stuttgart/Uhlandshöhe bis in den Süden nachvollziehen, um nur einige Orte zu nennen.

    Die Landsberger Schüler wurden bei ihrer Ankunft, am Mittwoch Nachmittag, mit großem Applaus empfangen. Sie hatten sich ihre Stärkung redlich verdient und konnten sich im Anschluss die noch junge Waldorfschule Weilheim/Huglfing anschauen. Am Donnerstag Morgen schickte die Weilheimer Schulgemeinschaft den Staffelstab sofort wieder auf Reisen. Schüler, Eltern und Lehrer waren eingeladen, mit einem kleinen Fest den Stab zu verabschieden.

     

    Die 4. Klasse, die im Herbst ihre Fahrradprüfung abgelegt hatte, brachte den Staffelstab von Huglfing nach Weilheim. Es war aufregend für die Schüler, nach ihrer Fahrradprüfung im Herbst nun ihr Wissen und Können im Straßenverkehr und auf öffentlichen Wegen zu demonstrieren. Sicher brachten Sie den Stab zur Übergabe ans „Erdbeerfeld“ am Narbonner Ring, dem zukünftigen Schulstandort.

    Dort erwartete sie bereits die gesamte 5. Klasse. Die Schüler wanderten mit guter Stimmung über Marnbach und Magnetsried bis nach Seeshaupt. Durch den sehr abwechslungsreichen Weg schien die Strecke wie ein Katzensprung – wobei einigen Schülern am Freitag Morgen die 14 km doch in den Knochen steckten.

    Bereits um 7.15 Uhr am Freitag, noch vor Schulbeginn, traf sich dann eine motivierte Gruppe von neun Sechstklässlern am Bahnhof in Seeshaupt. Sie wussten, dass die Ferien schon anklopften und sie die 22 km (!) bis zur Geretsrieder Schule bis späten Mittag geschafft haben müssen. So führte der kürzeste Weg am See entlang, über Forststraßen und Felder. Trotz schmerzender Füße steigerte die Gruppe gegen Ende noch einmal das Tempo, um noch rechtzeitig zum Mittagessen um 13.50 Uhr den Staffelstab in Geretsried zu übergeben.

    Die Wege führten nicht über Aussichtspunkte vorbei an Sehenswürdigkeiten, sondern durch Moorlandschaften, zu kleinen Bauernhöfen und durch ausgedehnte Forstgebiete. Diese Eindrücke führten zu interessanten Fragen und Gesprächen, z.B. Wie lässt sich das Alter von wachsenden Tannen bestimmen? Weshalb nutzt man Pferde um Bäume aus dem Wald zu ziehen? Wieso werden auf einem Hof die Kälber von den Kühen getrennt, auf einem anderen nicht? Das Wandern war für alle teilnehmenden Schüler eine besondere Art, unsere heimische Kulturlandschaft zu erfahren.

    Wir möchten uns bei allen Schülern, die an der Aktion beteiligt waren ebenso bedanken, wie bei den vielen Eltern, die mitgeradelt sind, mitgedacht haben, etwas zu Essen bereit gestellt haben oder die erschöpften Schüler wieder sicher nach Hause in die Ferien gebracht haben. Es war wirklich schön!

     

    Benjamin Raab (für das Kollegium)

    Bericht der Klasse 6 – Seeshaupt bis Gerestried

    Die Waldorschulen feiern ihren 100. Geburtstag. Damals, im September 1919, gründete Rudolf Steiner in Stuttgart die erste Waldorfschule. Heute, 2019, feiern wir ganze 100 Jahre Waldorfschule. Nun wandert ein sehr schöner Staffelstab quer durch Deutschland, von Flensburg über viele verschiedene Städte und Orte nach Berlin. Am 19.09.2019 soll der Staffelstab nach Berlin gelangen.

    Am Mittwoch vor den Osterferien brachte uns die Freie Waldorfschule Landsberg den Staffelstab. Die Klassen 4 und 5 radelten und trugen am Donnerstag nach einer gemeinsamen Feier den Stab von Huglfing über Weilheim bis nach Seeshaupt. Am Freitag Morgen, schon um 7.15 Uhr, trafen sich 9 Kinder von unserer 6. Klasse in Seeshaupt am Bahnhof: Lisa, Hanna, Luna, Paula, Mila, Laura, Valerie, Johannis und ich, Leo. Das Ziel: Geretsried. Begleitet wurden wir von Sylke Ratter und Benjamin Raab, unseren Sportlehrern. Es war ein kalter Freitag Morgen. Wir gingen durch Seeshaupt, bis wir an den Starnberger See kamen. Wir liefen nach St. Heinrich, wo wir an einer Bank am See die erste Pause machten. Kurz nach der Stärkung kamen wir an einem „Tümpellabyrinth“ vorbei, überquerten bald eine Hauptstraße und schauten die Kälber an einem schönen Bauernhof an. In einem kleinen Haus daneben wohnten die Großeltern von Hanna. Wir statteten ihnen einen kurzen Besuch ab und folgten dann einem Trampelpfad in den nahgelegenen Wald. Dort mussten wir uns durch die Büsche zwängen bis wir auf einen Forstweg kamen.

    Den Forstweg liefen wir ewig, bis wir eine etwas längere Pause machten. Kurz darauf hörten wir die Autobahn, unter der wir durchlaufen mussten, doch der Forstweg zog sich einfach noch viel weiter. Es war ein sehr großes Forstgebiet. Entlang des Weges trafen wir einen Bauern mit einem sehr schönen, kräftigen Pferd Namens Moritz. Moritz lief vor uns, um Holz aus dem Wald zu holen.

    Nach einer knappen halben Stunde erreichten wir eine Hochebene. Der Weg führte uns in ein kleines Dörfchen, wo Lisas Vater seine Firma hat. Ganz in der Nähe machten wir Mittagspause auf einer Wiese an der Loisach. Von dort ging es über Feld- und Waldwege weiter. Wir waren schon viele Stunden und Kilometer unterwegs, so dass einigen ihre Rucksäcke schwer wurden. Johannis und ich probierten, alle Rucksäcke auf einen Stock zu hängen (eine alte Tradition). Es klappte aber nicht. Also hingen wir die Rucksäcke an uns selbst. Wir trugen gemeinsam die neun Rucksäcke für fast zwei Kilometer, also eine halbe Stunde! Für mich war es aber eine Qual, den anderen beim Rennen zuzusehen und deshalb beschloss ich, trotz Rucksäcken selbst mitzurennen. Bei der nächsten Pause gaben wir die Rucksäcke wieder ab.

    Auch das nächste Dörfchen, bestehend aus vier Häusern, war leider noch nicht Geretsried. Von dort ging es über einen Forstweg und anschließend einen wunderschönen Waldweg weiter. Als wir aus dem Wald kamen sahen wir Geretsried! Eine große Stadt! Die letzten Meter (oder Kilometer) sind mir gut in Erinnerung, da wir auch gegen die Zeit liefen. Mittagessen gab es nur bis 14.00 Uhr und es war schon halb zwei. Wir gingen eine steile Passage runter über eine Wiese, und warteten lange an einer großen Kreuzung (der einzigen Ampel auf dem gesamten Weg!), dass wir die letzte Straße überqueren konnten. Ein paar jammerten schon.

    Die letzten Meter mussten wir durch ein hässliches Industriegebiet, bis wir um 13.50 Uhr an der Waldorfschule ankamen. Ein Lehrer Namens Jakob begrüßte uns. In der fast leeren Mensa trafen wir auch Herrn Panizza, unseren Eurythmielehrer. Wir wurden mit Applaus und einem leckeren Essen, z.B. Kartoffellasagne, vegetarisches Schnitzel mit Soße, Hühnereintopf und Reis und natürlich Salat, empfangen. Mila übergab nach dem Essen den Staffelstab. Bevor wir heimfuhren besichtigten wir noch die Geretsrieder Schule.

    Es war eine sehr schöne, um genau zu sein die schönste Wanderung bisher. Wir waren wirklich eine sehr coole Wandergemeinschaft. 22 Kilometer zu Fuß! GESCHAFFT!

    Leo, Klasse 6